Dezember: Kälte und viel, viel doof

Danke an Frank für das Bild (November-Fahrt)

Die letzte Fahrt des Jahres 2017 in Kiel ist gefahren. Erfreulich war, das es erneut um die 40 FahrerInnen schafften, ihre Figuren vom warmen Sofa raus aufs Fahrrad zu bewegen, um bei 0°C für eine vernunftbezogene, städtische Verkehrswende einzutreten. Sehr unerfreulich hingegen war, und für mich in dieser Konzentration nach zwei Jahren Critical Mass auch so noch nie erlebt, dass wir so viel Arroganz, Impertinenz, Anmaßung und (gefährliche) Respektlosigkeit von Seiten der motorisierten Verkehrsteilnehmer erleben mussten. Die hier zur Schau getragene, zum Teil für Leib und Leben der CM-Teilnehmenden lebensgefährliche Rotzigkeit dieser Asozialen, legitimiert nachträglich die von mir in meinem letzten Artikel gewählte Schärfe der Diktion. Es ist nicht nur richtig, sondern nötig, auch in der Zukunft solcherlei Dummdreistigkeit klar zu benennen und so gleichzeitig klare Kante zu zeigen.

Zur Fahrt an sich gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Sie verlief (prinzipiell) ruhig und entspannt. Worüber aber gesprochen werden muss, ist bereits in der Einleitung dieses Artikels deutlich geworden. Bevor ich aber loslege, ist es mir an dieser Stelle nocheinmal wichtig, allen Lesenden deutlich zu machen, dass ich weder die Critical Mass veranstalte, noch die in diesem Blog veröffentlichten Beiträge einen Anspruch der Allgemeingültigkeit »im Namen der Critical Mass« erheben (können)! Ich bin lediglich ein Teil vom Ganzen und berichte aus meiner Sicht von den Dingen rund um die Critical Mass! Alles klar? Dann kann es ja weiter gehen.

Was stimmt bei euch nicht?

Bei der gestrigen Fahrt wurde der Fahrrad-Verband der Critical Mass von Beginn an von dauerhupenden, sich gefährlich in den Verband eindrängelnden oder riskant schnell und dicht den Verband überholenden, pöbelnden, autofahrenden Delinquenten bedrängt, bedroht und gefährdet. »Das Auge des Gesetzes« hätte hier seine wahre Freude haben können – von der einfachen Ordnungswidrigkeit bis hin zum Straftatbestand (Mitfahrer wurden sogar aus einem Auto mit Reizgas besprüht – s. Nachtrag unten) war alles mehrfach vertreten. Mit den Einnahmen von Strafgeldern hätten wir der Polizei glatt ihr nächstes Betriebsfest finanzieren können.

Und in der Tat – diesmal haben sie wirklich alles gegeben, wobei mich dieser Typ (er war aber nur einer von Vielen), in seinem aufgemotzten Audi, samt obligat durch die eigene »Männlichkeit« zu beeindruckender, auf dem Beifahrersitz platzierter, junger (blonder) Frau (sorry Leute, das ist nicht sexistisch – das war tatsächlich so), am meisten »beeindruckte«. Nachdem ihm der Geifer anfing förmlich aus den Mundwinkeln zu tropfen, habe ich ernsthaft darüber nachgedacht, ob ich es mit jemanden zu tun habe, der gerade erst aufrecht gehen gelernt oder von den Bäumen gestiegen ist. Es gibt Menschen, die fordern den Führerschein für werdende Eltern, ich hingegen fordere endlich einen Kfz-Führerschein, in der nicht nur theoretisches Wissen und das praktische Bewegen von Kraftfahrzeugen abgefragt und geprüft, sondern auch begutachtet wird, ob mehr als drei Hirnzellen in den für soziales und vernünftiges Miteinander zuständigen Gehirnarealen vorhanden sind.

Das stellenweise vollkommen vernunftferne, zudem auch massiv-gefährliche Gebaren dieser pöbelnden und hupenden, sozialschwachen Witzfiguren, legt ein solch krankes Selbstverständnis darüber, wer was für sich beansprucht und in welcher Form dies durchgeboxt wird, vieler AutofahrerInnen offen, dass es höchste Zeit wird, hier massiv gegen zu lenken. Wenn Teile der Gesellschaft so derartig die Nerven verlieren und vollkommen durchdrehen, nur weil sich diese in ihrer »freien Fahrt für freie BürgerInnen« für einen kurzen Augenblick behindert fühlen (zur Abwechslung mal nicht durch sich selbst und ihre Autos, sondern von einem Fahrrad-Verband, der überdies nichts verbotenes tut!!), dann ist das (auch) Ausdruck der tiefen Krise, in der diese Gesellschaft inzwischen steckt. Das unser Gesellschaftssystem generell durchdringende und alles bestimmende Gegeneinander des Wettbewerbs bringt solche Verhaltensweisen konsequent hervor: Alles was Schwächer ist wird weggedrängt, wenn es der eigenen Freiheitsausübung im Wege steht. Der Philosoph John Hacker-Wright beschreibt ziemlich präzise diese, unsere (kapitalistische) Gesellschaftsordnung: »Eine Gesellschaft bösartiger Egoisten kann Kultur weder erwerben noch erhalten.«

Was tun?

Aber ich will nicht zu tief in soziologische und philosophische Bereiche vordringen. Fakt ist, wir müssen etwas tun. Mein Fazit kann nur sein, dass sich ein solches Verhalten auf keinen Fall durch fortdauerndes, kritik- und folgenloses hinnehmen und »sich gefallen lassen« selbst legitimieren darf! Hier müssen klare Grenzen und Widerstand aufgezeigt werden und es muss konsequent der gegen die Schwächeren gerichteten Gewalt – ob gegen uns Radfahrende oder Zufußgehende – entgegen getreten werden.

Klar ist aber auch, dass die Critical Mass hierzu nicht die optimale Veranstaltungsform ist, denn dazu fahren dort zu viele Menschen (darunter ja auch Kinder) mit, die nachgerade (und ausschließlich) friedlich für ihr Recht auf Teilhabe am öffentlichen Raum eintreten oder ganz einfach nur den Spaß am Radfahren durch ihre Stadt genießen wollen. Aber zum Glück sind die Charaktere der Fahrenden der Critical Mass so mannigfaltig, wie die offene Gesellschaft, für die wir alle eintreten – auch hier gibt es nicht wenige, die sich der Gewalt im Notfall ebenfalls mit Gewalt entgegenstellen. Das ist gut so und ich zähle mich ebenfalls dazu.

Aber auch fernab der wunderbaren Veranstaltung der Critical Mass, gibt es genügend Möglichkeiten, die Gewalt, welche von diesen Spinnern gegen Schwächere ausgeht, zu bändigen. Dazu möchte ich diejenigen ermuntern, die ebenso wie ich die Schnauze voll davon haben, dass FahrerInnen von Blechpanzern meinen, dass sie den von ihnen gefühlten Anspruch auf die Fahrbahnen – den sie überhaupt nicht haben – mit bloßer Gewalt ihrer Blechmassen durchdrücken zu können.

Abschließendes

Eine Anmerkung von mir zum technischen Ablauf der Fahrt – meiner Meinung nach ist es bei so wenigen Mitfahrenden wie gestern schon angezeigt, konsequent darauf zu achten, dass wir nur eine Fahrspur benutzen. Natürlich ist dies bei MitfahrerInnen-Zahlen jenseits der 100 schon rein technisch nicht mehr möglich, aber bei 40, 50 FahrerInnen, sollte dies machbar sein. Das wäre dann nicht nur 100%ig StVO-konform, sondern auch fair.

Und ein letzter Satz richtet sich an die KVG – erneut musste ich beobachten, dass Busse der KVG mit unvernünftig hoher Geschwindigkeit den Verband überholten. Die KVG sollte prinzipiell doch wie wir daran interessiert sein, eine Verkehrswende herbei zu führen. Das Gefährden von Teilnehmenden der Critical Mass ist dabei dann nur als Dummheit zu bewerten. Nur ein einziger Bus (entlang des Wall/Kaistraße), fuhr an diesem Abend bedacht und vorsichtig neben dem Verband her.

 Nachtrag vom 30. Dezember, 20:00 Uhr: 

Ich habe soeben eine E-Mail eines Teilnehmers der hier beschriebenen Fahrt erhalten. Er berichtet mir darin, dass er aus einem vorbeifahrenden Auto mit Reizgas attakiert worden ist! Ja, richtig gelesen. Es geschah kurz nach Beginn, nachdem wir den Bereich NDR/Schifffahrtsmuseum passiert hatten (das war dann ungefähr der Bereich, in der wir es mit dem von mir beschriebenen Affen in seinem Prolo-Audi zu tun hatten / Anmk. von mir). Die Reizgas-Attacke geschah offenbar, als den hinter uns hupenden Autos Platz gemacht wurde und diese dann den Zug überholten. Der vom Reizgas im Gesicht getroffene Fahrer konnte die Fahrt nicht fortsetzen und musste von Passanten in ein nahegelegens Restaurant verbracht werden, wo er sich seine Augen spülen konnte. Dieser Vorfall stellt somit die absolute Krönung dar und zeigt, dass hier jetzt Konsequenzen folgen müssen. Dazu einige Fragen an alle:

1. Gibt es noch weitere Betroffene, die auch besprüht worden sind?
2. Hat vielleicht jemand gefilmt/fotografiert und die vorbeikommenden Autos im Bild? (Der Angriff dürfte aus dem 3. Auto derer gekommen sein, welche uns in Höhe des Schloß nacheinander überholten)

Der Betroffene denkt darüber nach einen Strafantrag zu stellen. Bitte mich kontakten – ich leite die E-Mails an ihn weiter.

 Nachtrag vom 30. Dezember, 20:40 Uhr: 

Soeben melden sich zwei weitere betroffene Fahrer…

 Nachtrag vom 31. Dezember, 13:00 Uhr: 

Noch zwei weitere Geschädigte haben sich gemeldet. Zitat: »Ursprünglich dachte ich, dass es Scheibenwischwasser von einem Auto wäre, das mich da ansprüht. Meine Lippen haben kurz gebrannt, nix schlimmes… Am selben Abend war ich dann noch mit Freunden essen und habe mir eine Wimper aus dem Auge reiben wollen, woraufhin dieses ebenfalls sehr stark brannte und tränte.. Auswaschen probiert, war aber nicht möglich, ich konnte mir das nicht erklären, aber durch [Name von mir entfernt] bin ich ins grübeln gekommen… Meine Freundin klagte am nächsten Tag ebenfalls über brennende Augen beim verreiben. Alles was ich vom Auto noch weiß ist, dass es sich um einen grauen, zumindest dunklen VW Golf handelt.«

Gut, nun meine Fragen: Hat jemand diesen VW Golf ebenfalls bemerkt und sich vielleicht sogar das Kennzeichen gemerkt? Dann bitte unbedingt melden!

Sie rollt und rollt und rollt…

Kurzer Halt in der Schlossstraße. Danke fürs Foto, Sandra! (Weitere Bilder am Ende des Artikels)

Und es ist kein Ende abzusehen. Das ist gut so. Die Juli-Critical Mass 2017 in Kiel ist gefahren. Genau, wie (nahezu) zeitgleich in dutzenden anderen Städten dieses Landes – vom Rest der Welt mal ganz abgesehen – haben sich hunderte bzw. tausende Menschen zusammen gefunden, um für eine großartige Sache einzutreten. Kein träges auf dem Sofa abhängen und highly important Comments posten – nein, raus und rauf aufs Bike und rein in die direkte Aktion! Ihr seid alle so was von großartig da draußen!

Was war?

Nachdem die Juni-CM ja so was von ins Wasser gefallen war, kamen diesmal (für mich und andere) überraschend etwas über 200 FahrerInnen zusammen. Und das, obwohl das Wetter im Vergleich zum Vormonat eigentlich nicht so wirklich besser war. Zu Beginn regnete es ebenfalls recht heftig, was sich aber zum Glück als einzelner Schauer erweisen sollte. Der Rest der Fahrt war dann zwar trocken, aber relativ kühl und fand durchweg unter bedecktem Himmel statt. Die Stimmung war dennoch super und wir hatten diesmal eine besonders groovy-Mischung: Viele Kinder, die Chopper waren endlich mal wieder mit dabei und insbesondere waren – für PassantInnen besonders nett anzusehen – viele witzige Rad-Typen (wozu die Chopper natürlich auch gehören) zu sehen. Die Hochräder sorgen hier immer wieder für Aufsehen. Ach ja – fast vergessen: Allen Soundrädern heißen Dank!

Die guten »Anderen«

Was lief so mit den anderen VerkehrsteilnehmerInnen? Hier möchte ich heute einmal ausdrücklich die KraftfahrzeuglenkerInnen für die aufgebrachte Geduld und vornehmlich vorsichtige Fahrweise in der Nähe des Verbandes loben! Ein solches vorbildliches Verhalten erleben wir nicht allzu oft – gerade im Bereich Westring, welcher von vielen Autofahrenden als Eigentum und allzu gern auch als Autobahn (da vierspurig) betrachtet wird, ist dies keine Selbstverständlichkeit. Vielen Dank dafür!

Die anderen »Anderen«

Mich persönlich stört es gewaltig, dass ich jetzt zum wiederholten Male feststellen musste, dass BussfahrerInnen der KVG sich dem Verband gegenüber sehr gefährlich verhalten haben, indem sie in den Verband einfuhren oder es versuchten – und dies mit manchmal beachtlicher Geschwindigkeit. Dies ist aus zweierlei Gründen ein unglaublicher Umstand – zum einen, ist die Masse eines Busses so groß, dass der oder die FahrerIn es nicht mal mitbekommen würde, wenn dieses Gefährt im hinteren Bereich einen Menschen vom Rad holt und überrollt. Und zum anderen, sollte gerade die KVG eine Verbundenheit mit uns erkennen, denn wir treten dafür ein, dass die Menschen aus ihren Karren raus kommen. Solche »UmsteigerInnen« fahren in der Regel dann nicht nur Rad, sondern auch immer wieder mal Bus.

Unter den Pkw gab es (selbstverständlich) zudem einige Knallköppe (unter anderem auch ein Fahrzeug der Malteser), die der Meinung waren, ihre Karossen als Waffe benutzen zu müssen, um es uns mal wieder so richtig zu zeigen. Die Glanzleistung vollbrachte allerdings der Typ in seinem VW Passat am Westring, Ecke Olshausenstraße. Dieser fuhr bereits extrem dicht mit immer wieder aufheulenden Motor hinter dem Verband her, um dann in eine Lücke vor zu stoßen und den Verband auf der Abbiegspur zur überholen. Dabei fuhr er ganz eindeutig vorsätzlich Schlangenlinien und benutzte exzessiv die Scheibenwaschanlage. Bei diesem Manöver hätte dieses Arschloch (Mensch muss die Dinge beim Namen nennen) fast eine Fahrerin vom Rad geholt.

Wer mich kennt, der weiß oder ahnt es zumindest, dass ich solcherlei Dinge selbst regle. Allerdings kann dies für die Sache und den Geist der Critical Mass hinderlich sein, denn wir sind zunächst einmal eine friedliche Gruppe, die nichts verbotenes macht. Daher werde ich in Zukunft die Fahrzeuge, die im Sinne § 315 (speziell § 315c) StGB u.a. auffällig werden und MitfahrerInnen gefährden, fotografieren und konsequent Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft Kiel stellen. Die Zeit nehme ich mir sehr gern, zumal ich aus eigener Erfahrung weiß, dass die Sta Kiel, gerade wenn es um Gefährdung geht und zudem auch noch Kinder im Verband mitfahren, tatsächlich mit Aufwand ermittelt. Des Weiteren werde ich die KVG schriftlich dazu auffordern, auf ihre verwirrten Heißsporne in den großen Roten einzuwirken.

Hier kann ich nur alle ermuntern, es mir gleich zu tun. Gern auch in Abstimmung mit mir.

Jeden Monat versuche ich ja einen größeren Beitrag zu veröffentlichen. Dieses mal wird es um genau solche Themen gehen und wie wir darauf reagieren könnten. Dazu habe ich bereits vor einigen Wochen Kontakt zum Kieler Ordnungsamt aufgenommen – dazu aber, wie gesagt, in den nächsten Tagen mehr. Aber: Da ich weiß, dass es hinten immer mal wieder aufgrund solcher Vorfälle hirnloser AutofahrerInnen brennt, fahre ich in der Regel eh meist hinten oder im hinteren Bereich. Klar ist für mich hierbei, dass ich bei aller Nachsicht in einer Situation, in der ein durchgeknallter Kfz-Lenker (und es sind fast immer Männer oder die, die es noch werden wollen) das Auto verlässt und eine Mitfahrende oder einen Mitfahrer tätlich angreift, ich dabei nicht tatenlos zuschauen werde. Hier ist meine Grenze dann erreicht.

Was noch?

Gerade im hinteren Bereich ist es dieses mal zu größeren Lücken gekommen. Einmal so groß, dass ich ehrlicherweise zugeben muss, dass das Ende der Mass nicht mehr zum Verband gehörte. Die Lücke war ausreichend, dass ein Pkw ohne uns zu gefährden links abbiegen konnte. Daran sollten wir arbeiten – Lücken schließen, den Verband zusammen halten. Dies dient der Sicherheit Aller.

Ansonsten – an alle noch mal einen heißen Dank für diese schöne Fahrt! Wir sehen uns am 25. August!

Danke an Sandra und Frank für die Bilder!

Rückschau auf die Dezember – Critical Mass

Los ging es. Mit fast 50 Fahrerinnen und Fahrern ein Kieler-Dezember-Rekord.

Die Dezember – Critical Mass ist gefahren. Wie schon im Vormonat ging die Fahrt durch Schmuddelwetter. Dennoch ein Dezember-Rekord für Kiel: Waren es in den letzen beiden Jahren nur so um die 20, haben wir diesmal 47 Räder gezählt.

Einfach nur toll, wenn sich trotz dieser Bedingungen erneut so um die 50 People zusammenfinden, um ihrer Überzeugung Ausdruck zu verleihen. Riesen Respekt vor allen Fahrerinnen und Fahrern!! Die Fahrt ging diesmal wieder über die volle Zeit – erst gegen 21 Uhr kam der Zug wieder am Ausgangspunkt an.

Was lag so an?

Ok, kalt und dunkel war es – das wissen wir. Richten wir unseren Blick auf kurrioses. Bereits am Anfang der Tour, noch im Berliner Kreisel, sorgte eine Situation für breites Kopfschütteln. Ein Fahrlehrer (der Fahrschule, deren Schulfahrzeuge wie Rennwagen beklebt sind) wollte seinen Fahrschüler doch tatsächlich in den geschlossenen Verband (über die Busspur) einfädeln lassen. Nachdem er zu seinem eigenen Schutz gecorkt wurde, stieg dieser Fahrlehrer zudem noch aus und meinte (immerhin freundlich), das sein Fahrschüler wertvolle Zeit seiner Stunde verlöre… *Hüstel*, was bitte implementiert dieser Mensch in der Wahrnehmung seiner Schülerinnen und Schüler? Wenn wertvolle Zeit auf dem Spiel steht, sind Regeln der Straßenverkehrsordnung überfüssig? Bravo, ganz großes Kino. Übrigens, angesprochen auf § 27 Abs. 1 der StVO begegnete uns die große Ahnungslosigkeit. Schon ein skurriles Bild für eine Fahrschule.

Auffällig war diesmal, dass der Verband auffällig oft von Kraftfahrzeugen überholt wurde. Das geht prinzipiell in Ordnung, der Verband war bei rund 50 Teilnehmenden nicht sonderlich lang und wenn dies in entsprechender Geschwindigkeit mit entsprechenden Sicherheitsabständen geschieht – alles paletti. Die meisten Autos überholten uns auch genau so, nur gab es (natürlich) wieder einige testosterongestörte Vollpfosten, die im großen, bezinfressenen Monstern (hier Mercedes und Audi) mit durchdrehenden Rädern, Dauerhupen und besitmmt 80 Sachen den Zug überholten, um noch vor dem entgegenkommenden Bus wieder scharf vor dem Verband einscheren zu können. Bei Dunkelheit und feuchter Straße sind solche (Lenk)Manöver extrem gefährlich und offenbaren das intellektuelle Niveau (wo nur ist schon wieder die Lupe?) der Fahrer dieser Waffen mit Verbrennungsmotor. Ihnen gehört zum Schutze der Allgemeinheit ihre Lizenz (zum Töten) entzogen. Nebenbei wäre es auch mal ganz interessant, wo sowas den Führerschein macht… 😉

Zum Abschluss gabs noch einen Knaller in »rot und groß« – als der Verband gegen 21 Uhr zum Finish die Bergstaße hinabrollte, wurde dieser von einem gutbesetzten KVG-Bus (Linie 11) überholt, welcher dann vor dem Verband wieder ganz rechts auf die Busspur rüber zog… Joooooooh, da kam sicher Freude bei den Fahrgästen auf. In der Bergstraße gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Nun, vermutlich war der recht junge Busfahrer nur genervt, dass er noch arbeiten musste und nicht bei uns mitfahren konnte. Vielleicht klappts ja beim nächsten mal.

Die nächste Mass findet am 27. Januar statt. Winterzeit. Obs diesmal eine weiße Tour wird?